Ein kurzer Klick und der gesamte Landkreis füllt den Bildschirm aus. In der Karte sind zahlreiche Punkte eingezeichnet, die Peter Welsch und seine Mitarbeitenden von der Integrierten Leitstelle (ILS) anklicken können und dann weitere Informationen erhalten. Die interaktiven Markierungen stellen Defibrillatoren dar, die jetzt für den gesamten Landkreis in einer Karte markiert sind. Wo genau an oder in einem Gebäude befindet sich der Defibrillator? Zu welchen Zeiten ist er zugänglich? Hinterlegt sind in der „DEFI-Map“ aber auch Fotos. „So kann der Mitarbeitende demjenigen, der den Notruf abgesetzt hat, genaue Anweisungen geben. Aber nur, wenn geklärt ist, dass es sich um einen Herz-Kreislaufstillstand handelt und auch nur dann, „wenn genügend Helfende am Notfallort sind. Ansonsten hat die Reanimation bei Herz-Kreislaufversagen absolute Priorität.“ Das bedeute „drücken, drücken, drücken!“
Die einzelnen Standorte der Defibrillatoren sind auch öffentlich einsehbar (siehe Kasten). Dort sind indes die weiterführenden Informationen nicht zu sehen. „Priorität im Notfall hat der Notruf in die ILS. Unsere erfahrenen Disponenten geben dann vor, was zu tun ist“, betont Peter Welsch.
Es war eine wahre Herkulesarbeit, der sich Andreas Bachmann in den vergangenen drei Jahren mit der Umsetzung der „DEFI-Map“ gestellt hatte. „Die Initiative geht aus einem Projekt zur Verbesserung der Reanimationsversorgung hervor, an dem neben neun weiteren Rettungsdienstbetreibern aus ganz Deutschland auch der DRK-Kreisverband Göppingen teilgenommen hatte“, erläutert der Leiter des DRK-Rettungsdienstes. Er hatte Rathäuser und Banken, Lebensmittelmärkte und Vereine angeschrieben mit der Bitte, vorhandene Defibrillatoren zur Aufnahme in die Übersichtskarte zu melden. Und dabei festgestellt: „Es gibt Gemeinden, die sich der Bedeutung bewusst sind und die wie in Wangen flächendeckend und jederzeit zugänglich über Defibrillatoren verfügen.“ Andere Kommunen dagegen sind weiße Flecken auf der Landkreiskarte. Es gibt aber auch viele Vereine, Einzelhandelsmärkte und Firmen, die Defibrillatoren vorhalten. Grundsätzlich sei ersichtlich, dass städtische Bereiche besser versorgt seien als ländliche.
Andreas Bachmann betont, dass mit dieser flächenmäßigen Erfassung „die Notfallversorgung der Menschen im Landkreis weiter verbessert wird“. Er weist darauf hin, dass der Landkreis Göppingen zu den Vorreitern in Baden-Württemberg gehört. Peter Welsch ergänzt: „In Bayern wird dagegen auf Landesebene eine entsprechende Erhebung durchgeführt.“
Info: Unter www.ilsgp.de/defi-erfassung ist das Onlineformular zur Erfassung noch nicht gemeldeter Defi-Standorte abrufbar. Hier findet sich auch ein Link zur Karte mit den 224 bereits vorhandenen Defibrillatoren im Landkreis.
