· PM 2026

Viel helfen mit Erfolg

Auf der Kreisversammlung zieht der DRK-Kreisverband Bilanz – und zeigt, was das DRK alles macht und kann. Im Kern geht es beim DRK immer um Menschlichkeit, aber auch Fehleinschätzungen der Politik werden angesprochen.

Die wohl beeindruckendste Zahl gleich vorneweg: fast 98-mal ist der Rettungsdienst des DRK im vergangenen Jahr im Landkreis im Einsatz gewesen – am Tag. Genau 35.706 Einsätze waren es 2025, davon fast 14.000 Notfallrettungs-Einsätze, 6.450-mal waren Notärzt*innen dabei. Dazu kamen über 15.000 Krankentransporte. Das DRK im Kreis macht darüber hinaus noch viel, viel mehr, dazu später mehr. Auf der DRK-Kreisversammlung in den Räumen der Göppinger Volksbank wurde erstmal „Danke“ gesagt. Allen voran von der Politik, der Göppinger Oberbürgermeister Alexander Maier zeigte sich beeindruckt von Einsatz und Engagement des DRK und seiner Mitarbeiter*innen, sagte laut und deutlich „Danke“. Das Engagement des DRK sei alles andere als selbstverständlich, sagte Maier. Und die Zusammenarbeit mit der Stadt und anderen Helfern - Maier ist als Oberbürgermeister der Chef der Göppinger Feuerwehr - „ist vorbildlich“. 

Lob gab es auch seitens der Landespolitik. Dr. Mariska Ott ist Göppinger Landtagsabgeordnete der Grünen und blickte in ihrem Grußwort zurück zu den Anfängen des Roten Kreuzes, der Schlacht von Solferino von 1859. Nach der Schlacht halfen den zehntausenden Verletzten Soldaten - egal zu welcher Truppe sie gehörten - die Frauen aus der Umgebung und auch Henry Dunant – der später unter den Eindrücken von Solferino das Rote Kreuz gründete. „Am Anfang stand die Menschlichkeit“, sagte Ott. Und das gelte bis heute. „Sie machen den Landkreis jeden Tag ein bisschen menschlicher“, sagte sie.

Manfred Gottwald, Dezernent für Recht und Ordnung beim Landkreis Göppingen, hat viel mit dem DRK zu tun und erlebt das DRK „immer als Einheit“. Man könne „sich immer auf das DRK verlassen. Sie helfen, weil es in Ihrer DNA ist“. Menschen helfen, jeden Tag, das tue das DRK und dafür bedankte sich Gottwald im Namen des Landkreises. 

„Der Göppinger Kreisverband ist ein außergewöhnlich starker Kreisverband“, sagte Klaus Pavel, er ist Vizepräsident des DRK-Landesverbandes und hat Einblick in die Kreisverbände im ganzen Land. „Sie leisten ganze Arbeit“ – dazu gebe es noch ein „Juwel“, das DRK-Landesmuseum in Geislingen. Eine Mahnung an die Politik hatte Pavel aber auch dabei: Im Koalitionsvertrag sei zwar von der „Wertschätzung der Hilfsdienste“ die Rede, vieles davon stünde aber unter einem Finanzierungsvorbehalt. „Es kann nicht sein, das Bevölkerungsschutz und Menschenschutz nicht mehr die nötige Wertschätzung erfahren“, sagte Pavel. 

Wichtige Zahlen hatte DRK-Kreisverbandspräsident Peter Hofelich dabei: natürlich die 35.706 Einsätze des Rettungsdienstes, aber auch die 12.598 Fördermitglieder des Kreisverbandes, die mit ihrer Unterstützung immens wichtig seien. 757 aktive ehrenamtliche Mitglieder waren 2025 in 8 Ortsvereinen aktiv, dazu 507 aktive Jugendrotkreuzler. Über 41.000 Dienststunden haben die Ehrenamtlichen im vergangenen Jahr geleistet. Dazu kamen 429 hauptamtliche Mitarbeiter*innen des DRK-Kreisverbands und seiner Tochtergesellschaften. „Wir haben mittlerweile den Umfang eines kleinen mittelständischen Unternehmens“, sagte Hofelich. 1.008 Patient*innen wurden vom ambulanten Pflegedienst des DRK versorgt, der Umzug in die neue Klinik gestemmt. Von den Therapiehunden bis zur Bergwacht, „wir sind zum Vollsortimenter geworden“, sagte Hofelich. Und: „Die Gesellschaft würde ohne Ehrenamt nicht funktionieren.“

Der Rettungsdienst ohne das DRK auch nicht. DRK-Kreisgeschäftsführer Alexander Sparhuber hatte Informationen zu gleich drei Bauvorhaben dabei. Der Neubau der Notarztwache Göppingen-Öde werde im Herbst fertig. Für den Neubau der Rettungswache Bartenbach liege der Förderbescheid vor, im November könnte dort wohl der erste Spatenstich erfolgen. Und auch in Schnittlingen tut sich was, dort wird eine neue Interimswache gebaut, auch um die festgeschriebene Hilfsfrist von 12 Minuten im Nordosten des Landkreises sicherzustellen. Schon Anfang Dezember könnte die neue Wache dort in Dienst gehen, möglich macht das der „Umzug“ der bisherigen Interimswache Göppingen-Öde, die dort wegen des Neubaus nicht mehr benötigt wird, hoch auf die Alb umzieht und dort wieder aufgebaut wird. 

Sorgen machen Alexander Sparhuber das GKV-Beitragssatzstabilitätsgesetz und das Pflegeneuordnungsgesetz. Wenn beide wie geplant kämen, stünden die Leistungserbringer im Rettungsdienst, und damit auch das DRK in Landkreis, vor „existenziellen Finanzierungsproblemen“. Denn: die tariflichen Gehaltserhöhungen, die Leistungserbringer wie das DRK an ihre Mitarbeiter*innen bezahlen, würden dann nicht mehr vollständig von den Krankenkassen gegenfinanziert. „Bei einer nicht refinanzierten Gehaltssteigerung von 1 Prozent wären das für das DRK in Göppingen rund 120.000 Euro im Jahr“, sagte Alexander Sparhuber und machte klar, dass das DRK „nicht ansatzweise in der Lage ist, diese Lücke zu füllen“. 

Gewählt wurde auch auf der Kreisversammlung. Neu im DRK-Kreisverbandspräsidium ist Professorin Dr. Annette Rieg. Die Chefärztin der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie am Alb-Fils-Klinikum „beerbt“ Professor Dr. Matthias Fischer, der nach großem Einsatz für das DRK mit viel Applaus in den Ruhestand entlassen wurde. Einen neuen stellvertretenden Schatzmeister gibt es mit Wolfgang Betz auch. 

Gut gewirtschaftet - Jahresbilanz mit Überschuss und Gewinn
Trotz aller Schwierigkeiten hat das DRK im Kreis gut gewirtschaftet, DRK-Schatzmeister Axel Ost eine positive Bilanz vorgelegt. Das Gesamtvolumen der Bilanz des DRK-Kreisverbands betrug im vergangenen Jahr 26,6 Millionen Euro und hat damit um 1 Million gegenüber dem Vorjahr zugelegt. Größter Ausgabeposten waren – wie immer – die Personalkosten mit fast 15,7 Millionen Euro. Ganz am Ende der Bilanz steht ein Gewinn von genau 70.244,41 Euro.