„Spatenstichwetter!“ Peter Hofelich strahlte am Donnerstagnachmittag mit der Sonne um die Wette und freute sich, zahlreiche Partner zum symbolischen Spatenstich der neuen DRK-Rettungswache am Ortseingang von Bartenbach begrüßen zu können. Es habe eine „längere Anlaufzeit“ bedurft bis zu diesem wichtigen Schritt. Ein Gutachten zur Versorgung der Menschen des Stauferkreises in Notfällen hatte vor einigen Jahren ergeben, dass Notfälle im östlichen Schurwald und im Norden Göppingens teilweise nicht innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Hilfsfrist versorgt werden können. Auf dem Gelände eines ehemaligen Sportplatzes im Süden von Bartenbach war ein Standort gefunden worden, auf dem vor sieben Jahren zunächst eine Interimswache als Containerlösung entstanden war. Schnell sei klar geworden, dass mit diesem Standort die Menschen optimal versorgt werden können. „Es haben sich die Rahmenbedingungen verändert, so dass wir zweimal planen mussten“, begründete der Präsident des DRK-Kreisverbandes die lange Planungszeit. Auch die Finanzierung war lange nicht geklärt. Aus dem Sondervermögen des Bundes hat dann das Land Mitte des Jahres eine Übernahme von Kosten zugesagt. Peter Hofelich verwies auf den Neubau von Rettungswachen durch den Malteser Hilfsdienst in Mühlhausen im Täle und durch das Rote Kreuz in Schnittlingen. „Damit ist der gesamte Landkreis abgedeckt.“ Er betonte: „Wir halten also nicht inne, sondern schreiten voran.“ Er dankte dem Team, dass es das Provisorium so lange akzeptierte. Die Mitarbeitenden der Rettungswache konnten übrigens an der kleinen Feierstunde zum Spatenstich gar nicht teilnehmen. Sie waren zu einem Einsatz gerufen worden.
Göppingens Oberbürgermeister Alex Maier erinnerte daran, dass es „unsere oberste Aufgabe ist, für den Schutz der Menschen zu sorgen“. Dafür brauche es Mitarbeitende und Strukturen. „Wir geben heute ein positives Signal.“ Er verwies darauf, dass perspektivisch geplant sei, auch für den Bartenbacher Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr ein neues Feuerwehrmagazin in unmittelbarer Nähe zur DRK-Rettungswache zu bauen. „Es wird ein modernes Rettungszentrum entstehen.“ Dies sei keine Selbstverständlichkeit. Er stellte die vertrauensvolle Zusammenarbeit der gesamten Blaulichtfamilie im Landkreis heraus. „Die wissen wir zu schätzen.“
Ronny Biehle, stellvertretender Geschäftsführer der AOK Neckar-Fils ging auf die Finanznot im Gesundheitswesen ein. „Das Beitragsstabilisierungsgesetz macht es uns insgesamt nicht einfacher.“ Gleichwohl werde mit dem Bau der Rettungswache „Gutes für die Versicherten“ getan. Und: „Im Landkreis sind wir im Rettungsdienst in Baden-Württemberg ganz weit vorne und haben die fast beste Rettungsdienstversorgung im Land im guten Miteinander geschaffen.“ Er dankte den Mitarbeitenden des Rettungsdienstes für ihre schwierige und anspruchsvolle Arbeit.
Zum symbolischen Spatenstich stellten sich Ronny Biehle, die Architektin Renate Liebrich, Peter Hofelich, Hans-Peter Riedmüller vom Bauunternehmen Steeb, Oberbürgermeister Alex Maier, Jochen Hummel von der Volksbank Göppingen und Hannah Roder, die Leiterin der DRK-Rettungswache Göppingen, zu der Bartenbach gehört, den Fotografen.
Die neu erstellte Rettungswache in Bartenbach wird auf einem städtischen Grundstück gebaut, für das DRK und Stadt einen Erbbaupachtvertrag mit einer 50-jährigen Laufzeit abgeschlossen haben. Es soll Anfang 2028 eingeweiht werden. Der DRK-Kreisverband wird rund 1,5 Millionen Euro investieren für Dienstzimmer und Bereitschaftsraum, sanitäre Anlagen und Fahrzeughalle, für Ruhe- und Funktionsräume. Dort werden rund um die Uhr zwei Notfallsanitäter Dienst tun.
Ist die neue Wache fertig gestellt, werden die Container abgebaut. Dort soll das neue Feuerwehrmagazin entstehen.
Info: Im vergangenen Jahr waren die Mitarbeitenden des Rettungsdienstes des DRK-Kreisverbandes Göppingen zu knapp 14.000 Einsätzen gerufen worden. Bei etwa der Hälfte der Notfälle wurde auch ein Notarzt alarmiert. Alle Informationen rund um den Rettungsdienst im Landkreis unter www.bereichsausschuss-goeppingen.de
