· NWZ 2026

Bestände an Blutkonserven kreis- und landesweit knapp

Die Versorgungslage droht sich zu verschärfen. Den Nachschub sichert vor allem der DRK-Blutspendedienst, doch dafür braucht er Spender.

Der Vorrat an Blutkonserven ist derzeit knapp bemessen. Die Versorgungslage sei angespannt und drohe sich zu verschärfen, hat der DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen schon vor einigen Tagen mitgeteilt. Aktuell reichten die Lagerbestände nur noch knapp zwei Tage – notwendig seien aber vier bis fünf Tage, um die Versorgung von Patientinnen und Patienten sicherzustellen.

Der DRK-Blutspendedienst hat einen guten Überblick, er kümmert sich in Baden-Württemberg und Hessen um Blutkonserven, sammelt also Blut bei den Spendern, untersucht und verpackt es und bringt es zu den Kliniken. Rund 85 Prozent der Blutkonserven kommen vom DRK-Blutspendedienst, rund 2500 der 3000 täglich in beiden Bundesländern benötigten Blutkonserven liefert er.

Zur Veranschaulichung des Problems betreibt der Blutspendedienst auf seiner Homepage ein „Blutbarometer“, auf dem die Bestände an Blutkonserven der verschiedenen Blutgruppen angezeigt werden. Vier Füllstände gibt es, sie reichen von „normal“ über „niedrig“ und „kritisch“ bis zu „bedrohlich“. Was das heißt, wird neben dem Blutbarometer auch erklärt. Kritisch heißt: Langsam wird es eng. Und bedrohlich: Es ist ernst. Und bei den Blutgruppen A-negativ, 0-negativ und 0-positiv steht „bedrohlich“. Die Lagerbestände reichen nur noch zwei Tage, heißt es in der Pressemitteilung. Solange die Spender kommen, reicht das irgendwie, aber wenn sie nicht kommen, dann könnte es knapp werden. Ein angemessener Lagervorrat mache Blutspendedienst, Kliniken und Patientinnen und Patienten das Leben deutlich leichter.

Blut nur begrenzt haltbar

Und im Kreis? Dort gilt im Grunde das Gleiche wie im ganzen Land. Bei manchen Blutkonserven reiche der Vorrat nur noch einen Tag, sagt Referentin Christine Neher vom DRK-Blutspendedienst, die auch für den Landkreis Göppingen zuständig ist. „Und drei oder vier Tage sollten es schon sein.“ Gründe für den knappen Vorrat sind schnell gefunden: Gerade sind einfach zu wenig Spender da. Viele potenzielle Spender sind krank, auch das Wetter hat wohl in den vergangenen Wochen einige vom Gang zum Spendetermin abgehalten. Nachschub muss kontinuierlich fließen, denn einige Blutkonserven sind nur sehr begrenzt haltbar. Das gespendete Blut wird ohnehin nicht direkt übertragen, vielmehr werden aus dem Spenderblut drei „Sorten“ Blutkonserven gemacht: Blutplasma, rote Blutkörperchen und Blutplättchen. Plasma kann eingefroren werden, ist also länger haltbar, Blutkörperchen können bis zu 42 Tagen gelagert werden. Blutplättchen aber nicht, „höchstens vier Tage“, sagt Neher.

Und wie sieht es oben am Eichert aus? Genaue Zahlen nennt das Alb-Fils-Klinikum nicht. Man halte „in der Regel einen Vorrat für zwei bis drei Tage vor“, sagt Klinikums-Sprecherin Julia Holzwarth. Und: „Die seltenen Blutgruppen A-negativ und 0-negativ werden am ehesten knapp“, das deckt sich mit den Füllständen im Blutbarometer des DRK.

Andere Blutbanken helfen aus

So richtig Sorgen machen müssen sich die Patienten aber derzeit nicht. Auch das Klinikum decke seinen Bedarf zum größten Teil mit den Blutkonserven des DRK, aber: „Bei Bedarf werden auch Blutbanken in anderen Regionen Deutschlands angefragt und Blutkonserven kurzfristig beschafft“, sagt Holzwarth.

Trotzdem, die Vorräte sollten regelmäßiger aufgefüllt werden. „Wir bitten daher all diejenigen, die sich gesund fühlen, dringend, in den nächsten Tagen Blut spenden zu gehen“, sagt die Pressesprecherin des DRK-Blutspendedienstes, Nora Löhlein. Besonders gelte der Aufruf denen, in deren Adern die Blutgruppen A-negativ, 0-negativ und 0-positiv fließen. 

Blutspende in Eislingen

Blutspenden ist einfach und dauert nicht länger als ein Stündchen. Die nächste Gelegenheit im Landkreis ist am kommenden Montag und am Dienstag in der Stadthalle Eislingen, jeweils von 15.30 bis 19 Uhr. Termine werden vorher vergeben, unter www.blutspende.de können sich Spender online anmelden. Und, trotz der aktuell anhaltenden Mangellage, sind diese Spendetermine manchmal sogar vollständig ausgebucht. Vor allem, wenn die Kapazitätsgrenze des helfenden Personals vor Ort erreicht ist.