1976 wurde der Rettungsbeirat gegründet, heute heißt das Gremium „Bereichsausschuss für den Rettungsdienstbereich Göppingen“. Seine Aufgabe ist es, den Rettungsdienst im Landkreis zu organisieren und sicherzustellen, dass die Versorgung der Bevölkerung in und an allen Ecken des Landkreises mit Notfallrettung und Krankentransport sichergestellt ist. Der Bereichsausschuss hat 14 stimmberechtigte Mitglieder und ist – jeweils zur Hälfte – mit Vertretern der Krankenversicherungen und der Hilfsorganisationen wie dem DRK besetzt. Hinzu kommen noch beratende Mitglieder, die allerdings kein Stimmrecht haben. Im Bereichsausschuss Göppingen sind das das Landratsamt, das Alb-Fils-Klinikum, die Feuerwehr, die Notärzte, die Kassenärztliche Vereinigung und das Regierungspräsidium. Der Bereichsausschuss tagt mehrfach im Jahr, erstellt und überarbeitet den jeweils gültigen Rettungsdienstplan, aktuell steht auch die Beschaffung digitaler Funkmelder an.
In den vergangenen Jahren hat die Zusammenarbeit im Ausschuss gut funktioniert, sagt DRK-Kreisgeschäftsführer Alexander Sparhuber, für die Probleme aller Beteiligten gebe es gegenseitiges Verständnis. Allerdings machen ihm die im Rahmen der aktuell geplanten Gesundheitsreform möglichen Änderungen für die Rettungsdienstbetreiber große Sorgen. Dabei könnten Kostensteigerungen - allen voran die regelmäßigen Lohn- und Gehaltssteigerungen für die Mitarbeiter*innen der Rettungsdienste - in Zukunft nicht mehr von den Krankenkassen refinanziert werden. Die Rettungsdienstbetreiber, also auch das DRK, würden dann auf den höheren Kosten sitzenbleiben. „Bei einer nicht refinanzierten Gehaltssteigerung von 1 Prozent wären das für das DRK in Göppingen rund 125.000 Euro im Jahr“, sagt DRK-Kreisgeschäftsführer Alexander Sparhuber.
Ronny Biehle, stellvertretender Geschäftsführer der AOK-Neckar-Fils und derzeit Vorsitzender des Bereichsausschusses, hebt die „die hohe Qualität des Rettungsdienstes“ hervor. Allerdings sieht auch er mögliche Kostensteigerungen und den damit auf die Rettungsdienste zukommenden Kostendruck. Für die mögliche finanzielle Mehrbelastung der Rettungsdienstbetreiber hofft er auf eine Kompromisslösung. Und auch mit mehr Wissen in der Bevölkerung könnten die Kosten gesenkt werden, sagt Biehle. „Wir müssen die Gesundheitskompetenz stärken“, sagt er. Dann könnten die Menschen besser einschätzen, ob es wirklich notwendig ist, einen Rettungswagen und einen Notarzt kommen zu lassen, oder ob es nicht reicht, in die Notaufnahme der Klinik oder zum Hausarzt zu gehen. Denn viele Einsatzfahrten sind medizinisch nicht unbedingt notwendig, also keine richtigen Notfälle, verursachen aber vergleichsweise hohe Kosten.
Die „hohe Qualität“ des Rettungsdienstes soll auch in Zukunft bleiben. Sichtbar für die Bevölkerung sind dabei vor allem die Rettungsdienste im Landkreis, die sich anlässlich des 50-jährigen Geburtstages des Bereichsausschuss im Juni auf dem Göppinger Marktplatz mit ihren Fahrzeugen vorstellten. DRK, Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH), Malteser Hilfsdienst (MHD) und Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) öffneten ihre Fahrzeuge für alle kleinen und großen Besucher. Mehr Infos zum Bereichsausschuss auch unter www.bereichsausschuss-goeppingen.de.
