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NWZ, 30.06.2010

Helfen macht Spaß

Jung, hilfsbereit und motiviert sind die Jungsanitäter des DRK

Seit 2008 gibt es für Kinder und Jugendliche in bislang vier Gemeinden im Landkreis Jugendsanitätsgruppen. Etwa 50 nehmen diese Chance in Hattenhofen, Schlierbach, Heiningen und Böhmenkirch wahr.

Kreis Göppingen
- Montagabend, 18 Uhr. Zehn bis 20 Jugendliche versammeln sich vor dem Schützenheim in Hattenhofen zum wöchentlichen Gruppentreffen. In drei kleineren Gruppen mit jeweils einem Gruppenleiter üben sie verschiedene Rettungsmaßnahmen. „Meine Gruppe lernt, einen vom Baum gefallenen Jungen mit der Schaufeltrage erst auf eine Vakuummatratze, und anschließend auf die Trage zu heben“, erklärt Matthias Kurz.

Im Freien üben die Jugendlichen einen "Sam-splint" anzulegen
Im Freien üben die Jugendlichen einen "Sam-splint" anzulegen

Die 15-jährige Tessa Maier packt kräftig mit an. Sie sei auch im Schulsanitätsdienst tätig und wolle später in die Bereitschaft aufsteigen, erzählt sie. „Es ist toll hier, es gibt immer was zu lachen.“ Das kann Rainer Kienzle, Leiter des Jugendrotkreuz (JRK), nur bestätigen: „Es ist uns wichtig, dass die Jugendlichen spielerisch lernen. Und auch Ausflüge und Freizeiten gehören dazu.“

Währenddessen erklärt Marc Buchberger seiner Gruppe, wie man ein „stiff neck“ anlegt. „Zum Beispiel nach einem Verkehrsunfall wird er um den Hals gelegt, um die Muskulatur und die Halswirbelsäule zu entlasten“, so der 21-Jährige. Wie kam der junge Mann zu seiner Tätigkeit? „Ich bin schon lange beim JRK und ich wollte das, was ich gelernt habe, weitergeben.“ So kam es zur Gruppenleiterausbildung. Die zwölf bis 16-Jährigen werden zum Jugendsanitäter ausgebildet, mit 16 bis 18 zum richtigen Sanitäter. Eine solche Ausbildung stellt sich oft als positive Grundlage für die berufliche Laufbahn heraus.

„Die Jugendlichen sollen lernen, Verantwortung zu übernehmen, zum Helfen motiviert werden und einen Blick dafür bekommen, wo man was tun kann.“ So beschreibt Rainer Kienzle die Ziele der Gruppen. Auch das Selbstbewusstsein solle gestärkt werden. „Wir wollen den jungen Menschen Mut machen und ihnen die Sicherheit vermitteln, die sie benötigen, um bei einem Unglück einzugreifen.“ Am Ende der Ausbildung seien sie richtige Sanitäter mit sozialem und jugendpolitischem Bewusstsein, sagt der Göppinger nicht ohne Stolz.

In einer dritten Station versuchen die Jugendlichen, einem Jungen einen „Sam-splint“ anzulegen. Mit der formbaren Alu-Polsterschiene werden beispielsweise Frakturen ruhig gestellt. Jeder kann sich daran erinnern, wie faszinierend Feuerwehr und Krankenwagen in der Kindheit schon sind. „Jetzt können die jungen Leute selbst dabei sein. Sie sind stolz auf das, was sie machen und sie fühlen sich ernst genommen“, beschreibt Kienzle, „es macht Spaß, mit den Kindern und Jugendlichen zu arbeiten, ihnen eine Freude zu machen und etwas bieten zu können.“ Die Jugendlichen mache es außerdem stolz, das Gelernte zu zeigen, wie zum Beispiel beim Landeswettbewerb des JRK am kommenden Samstag in der Göppinger Fußgängerzone.

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