Oft nicht genug fürs Mittagessen
Bericht der freien Wohlfahrtspflege untersucht Chancengleichheit
Wie viele Chancen ermöglichen Kreis-Kommunen den Kindern aus finanzschwachen Familien? Das hat die Liga der freien Wohlfahrtspflege untersucht.
Kreis Göppingen - Eine Erhebung im Auftrag der Liga freier Wohlfahrtspflege bringt bei der Kinderbetreuung in den 38 Gemeinden im Landkreis deutlich geleistete Unterstützung, aber auch großen Handlungsbedarf zum Vorschein. Das geht aus einer Pressemitteilung der Wohlfahrtsverbände hervor.
Immer mehr Familien sind unverschuldet im Teufelskreis der Armut gefangen. Besonders Kinder leiden unter den Folgen finanzieller Not. Ihr Start ins Leben ist oft wenig erfolgversprechend. Auf Basis dieser Tatsachen stellte die Liga freier Wohlfahrtspflege zu Beginn des vergangenen Jahres einen Forderungskatalog an Politik und Verwaltung des Landkreises Göppingen. Vom Aktionsprogramm „Frühe Hilfen für Kinder“ bis hin zu sozialen Beratungsangeboten im Jobcenter wurden neun Forderungen zum Wohle von Kindern und Jugendlichen aus finanzschwachen Familien eingebracht.
Drei wesentliche Punkte – nämlich Zugang zu Ganztagesbetreuung, Sprachförderung und ein kostengünstiges vollwertiges Mittagessen für alle Kinder aus finanzschwachen Familien – wurde nun in einer Erhebung im Auftrag der Liga in allen Städten und Gemeinden kreisweit genauer untersucht.
Aus dem Bericht wird deutlich, wo bereits wertvolle Hilfe angeboten wird. Es wird aber auch augenscheinlich, wo noch dringender Handlungsbedarf besteht.
So werde aus der Erhebung beispielsweise offenkundig, dass in manchen Kommunen der im Rahmen von Hartz IV gewährte Zuschuss für den täglichen Nahrungsbedarf eines Kindes noch nicht einmal die Kosten für das Mittagessen im Kindergarten deckt. Betroffene Eltern müssten sich also fragen, wie sie das Essen für ihren Nachwuchs anders finanzieren sollen.
Diese und andere Fragen werden durch die Untersuchung der Liga aufgeworfen. „Anhand nüchterner Zahlen werden in dem Bericht Zusammenhänge deutlich und konstruktives Weiterdenken und Handeln angeregt“, heißt es in der Pressemitteilung.
Info: Der Bericht der Liga freier Wohlfahrtspflege ist ab sofort zu bestellen beim DRK-Kreisverband Göppingen, Verena Röhm, (0 71 61) 67 39-29.

