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NWZ, 18.03.2010

Harten Alltag der Feuerwehr erlebt

Eislinger Jugendwehr im 24-Stunden-Dienst

Da musste der Nachwuchs der Eislinger Feuerwehr ganz schön ran: Beim dritten 24-Stunden-Dienst in der Feuerwache gab es 21 Übungseinsätze.

Eislingen
- Dieser mittlerweile dritte 24-Stundendienst-Dienst, so eine Pressemitteilung der Feuerwehr, sollte nicht nur Einblicke ins Berufsfeuerwehrleben verschaffen, sondern auch zur Ausbildung der Jugendlichen dienen. So gab es neben den gespielten Einsätzen auch Fahrzeugkunde, Theorie, Sport, Fahrzeug- und Gerätepflege.

In diesem Jahr machte auch die Jugendsanitätsgruppe aus Böhmenkirch mit elf Jugendlichen, sieben Betreuern, drei Rettungsfahrzeugen und zwei Mannschaftsfahrzeugen an diesem Berufsfeuerwehrtag mit. Der vierköpfige „Mimtrupp“ vom Kreisverband Göppingen des Roten Kreuzes, genannt Fachgruppe für Notfalldarstellung, unterstützte das Ganze durch das Anschminken von Wunden bei den „Verletzten“. Von der Jugendfeuerwehr nahmen 21 der momentan 30-köpfigen Truppen mit neun Ausbildern und zwei Vertretern der aktiven Wehr teil.

Der Dienst begann am Freitagnachmittag um mit der Einteilung der Fahrzeugmannschaften und Zuteilung der Schlafplätze. Manche konnten aber ihre Feldbetten nicht herrichten, weil sie vom ersten Alarm überrascht wurden. Die Jugendfeuerwehr rückte mit dem Kommandowagen und einem Löschfahrzeug zu einer Brandnachschau in die Zellerstraße aus. Dort hatte ein vergessenes eingeschaltetes Bügeleisen das Bügelbrett und eine Kommode im Wohnzimmer entzündet. Die Bewohner hatten das Feuer gelöscht, waren sich aber nicht sicher, ob der Holzdielenboden und die darunter liegende Isolierung im Gebälk noch Glutnester hatte, weil es aus dem Fußboden noch qualmte. Mit einer Kübelspritze und Wärmebildkamera wurde von einem Trupp und dem Einsatzleiter der Raum überprüft. Nachdem nichts mehr zu erkennen war, wurden die verbrannten Gegenstände aus dem Haus geschafft und die Wohnung dem Mieter übergeben. Danach fuhren die Fahrzeuge wieder zurück zur Feuerwache.

Um 17.30 Uhr musste die Jugendsanitätsgruppe mit einem Rettungswagen ausrücken, da ein Kind am Norma Parkplatz mit seinem Fahrrad gestürzt war. Während diese auf dem Weg zur Klinik unterwegs waren, kam ein weiterer Einsatz über den Notruf zur Feuerwache. Aus dem ehemaligen Polizeirevier qualmte es verdächtig aus dem Erdgeschoss, was mit Disconebel simuliert wurde. Da zwei Handwerker an der defekten Heizungsanlage aus unerklärlichen Gründen eine Verpuffung ausgelöst hatten, war es zu einem Brand im Keller gekommen.

Die zwei Handwerker wurden von den Einsatzkräften mit „schweren Verbrennungen“ ins Freie gebracht und dem Rettungsdienst übergeben. Es musste daher noch ein weiterer Rettungswagen und der Notarzt nachgefordert werden. Während diese die Patienten versorgten, musste die Jugendfeuerwehr mit der Brandbekämpfung fortfahren.

Das natürlich zu diesem Übungserlebnis nicht nur Spiel und Spaß gehörten, merkten die Jugendlichen, als nach dem letzten der 21 erfolgreich absolvierten Einsatz die Fahrzeughalle, Funkzentrale und Schulungsräume gereinigt und aufgeräumt werden musste.