Bergretter im Glück
Bei Flugzeugabsturz nur knapp entkommen
Wiesensteig/Neidlingen - Der Flugzeugabsturz am Reußenstein hätte beinahe noch mehr Opfer gefordert. Eine Bergwachtgruppe entging nur knapp einer Katastrophe. Keine zwei Minuten, bevor am Sonntagnachmittag ein Motorsegler am Steilhang zerschellt ist, hatte sich an der Aufschlagstelle noch eine Bergwacht-Gruppe aufgehalten. Dort fand gerade der Zulassungslehrgang zur Bergrettungsprüfung statt – mit zehn Prüfungsanwärtern und neun Bergwacht-Ausbildern, beziehungsweise Prüfern.
Gegen 14 Uhr wurde diese Gruppe von einem Motorsegler aufgeschreckt, der sehr tief über sie hinweg flog – schätzungsweise nur zehn Meter hoch. Augenblicke später krachte die Maschine etwa 20 Meter weiter oben gegen den Albtrauf. Nach dem ersten Schock machten sich die Bergretter und die vier anwesenden Bergwacht-Ärzte sofort auf den Weg zur Absturzstelle. Obwohl sie innerhalb kürzester Zeit dort eintrafen, konnten sie den beiden Flugzeuginsassen nicht mehr helfen. Der 81-jährige Pilot und dessen 34-jährige Schwiegertochter wohnten in Riedlingen und waren auf dem Rückflug von Hamburg. Kurz zuvor waren sie in Schwäbisch Hall zwischengelandet.
Die Ursache für den Absturz ist noch nicht geklärt. Erkenntnisse dazu erhofft sich die Polizeidirektion Esslingen von den Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen in Braunschweig. Als denkbar gilt jedoch, dass die schlechten Sichtverhältnisse zu dem Unfall geführt haben. Der Steilhang war zumindest zeitweilig in Nebel gehüllt. Am späten Sonntagabend konnte das Flugzeugwrack geborgen werden.

