Leben retten - jeden Tag
Das Kreis-DRK wurde im vergangenen Jahr zu 30.970 Notfällen gerufen
Der Rettungsdienst des DRK-Kreisverbands zieht Bilanz. Mit 30.970 Einsätzen waren die Retter 444 Mal häufiger unterwegs als 2008. Die Notärzte mussten im Schnitt mehr als 13-mal pro Tag ausrücken.
Kreis Göppingen - Wie unerlässlich die Arbeit der Rettungskräfte ist, zeigt ein Blick auf die Bilanz des vergangenen Jahres: 30.970-mal wurden die Mitarbeiter der DRK-Rettungswachen im Landkreis Göppingen angefordert.

- Das Telefon der Einsatzzentrale stand im vergangenen Jahr selten still.
Das waren Rettungseinsätze, Krankentransporte und die Alarmierungen der Notärzte zusammen gezählt – 84 Einsätze pro Tag. 2008 waren es insgesamt 30 526, beziehungsweise 83 Einsätze pro Tag. Die Rettungskräfte legten dabei 632.864 Kilometer zurück, 2008 waren es 659.056 Kilometer.
Die Disponenten der integrierten Leitstelle Göppingen, die vom DRK und dem Landkreis gemeinsam betrieben wird, schickten die Rettungsleute 9..271-mal zu Notrufen aus – das waren 25,4 Einsätze pro Tag.
Wegen der Schwere der Verletzungen oder Erkrankung von Patienten mussten die Notärzte der Göppinger Klinik am Eichert und der Geislinger Helfenstein Klinik 4.901-mal zusätzlich alarmiert werden, 2008 rückten sie 4.807-mal aus. Sie hatten im Jahr 2009 damit 13,43 Einsätze pro Tag (2008: 13,17). Die Zahl der Krankentransporte stieg von 16.720 im Vorjahr auf 16.798 in 2009. So oft mussten Patienten etwa von den Landkreis-Kliniken in andere Krankenhäuser, in ein Altenheim, zum Arzt oder nach Hause gebracht werden.
Wie bereits in den vorigen Jahren entfiel 2009 ein Großteil der Einsätze, nämlich 80 Prozent, auf internistische Notfälle, zu denen zum Beispiel Herzinfarkt, Schlaganfall oder Lungenembolie zählen. Es folgten mit 18 Prozent Unfälle. An dritter Stelle standen mit zwei Prozent sonstige Notfälle, etwa Vergiftungen.
„Auch 2009 ist eine Zunahme der Krankentransporte von Patienten mit Infektionen zu verzeichnen“, so der Leiter des Rettungsdienstes, Matthias Fink. Man habe 611 (2008: 573) solcher Fälle gezählt, bei denen die Rettungsdienstmitarbeiter mit besonderer Sorgfalt handeln und das benutzte Fahrzeug anschließend reinigen und desinfizieren mussten. Als Grund führt Matthias Fink Erreger an, die immer häufiger gegen Antibiotika resistent seien und zu chronischer Keimbesiedlung führten. Auch wurden 2009 etliche Patienten mit Verdacht auf Schweinegrippe in die Klinik gebracht.
Zugenommen hat die Zahl der Verlegungstransporte in Kliniken mit höherer oder niedriger Versorgungsstufen, nämlich von 466 auf 571. Dazu führe die zunehmende Spezialisierung vieler Kliniken, so Fink. Auch den Anstieg der Zahl der Krankentransporte führt der Leiter der Rettungskräfte auf diesen Umstand zurück. Weiter habe es 2009 mehr ambulante Behandlungen gegeben. Immer deutlicher spüre man die Auswirkung der demografischen Entwicklung. „Wir haben mehr ältere Menschen mit chronischen Erkrankungen. Daraus folgen mehr medizinische Notfälle und häufigere Krankentransporte“, erklärt Fink.
Die Einsatzleiter vom Dienst (EvD), die bei größeren Einsätzen die Koordinierung der Rettungskräfte übernehmen, waren im vergangenen Jahr 111-mal gefordert (2008: 82). Sie mussten zwölfmal die Rettung aus schwierigem Gelände sowie elf Verkehrsunfälle mit mehreren eingeklemmten Personen organisieren. Auch bei Explosionen und Unfällen mit Chemikalien koordinierte sie die Einsätze.

