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NWZ, 05.02.2010

Tierischer Antrittsbesuch

Vierbeiner erobern die Herzen von Heimbewohnern in Hattenhofen

Tierischen Antrittsbesuch erhielten die Bewohner des Seniorenzentrums Hattenhofen. Jessi, Ivy und Co. wollen regelmäßig mit ihren Herrchen für ein wenig Abwechslung im Alltag der Heimbewohner sorgen.

Hattenhofen
- Prima, wenn die Besucher freundlich, kontaktfreudig, wesensfest, nicht zu jung und recht gehorsam sind – denn all diese Eigenschaften stellten die beiden Hunde Jessi und Ivy bei ihr ersten Stippvisite unter Beweis.

Senioren in Hattenhofen begrüßen Vierbeiner Ivy.
Senioren in Hattenhofen begrüßen Vierbeiner Ivy.

Tiere vermitteln nicht nur Freude, sondern „apportieren“ älteren Menschen gleichfalls Streicheleinheiten für Körper und Seele.

Selbst ein kurzer Gastaufenthalt der Vierbeiner bedeutet Abwechslung und tut vor allem den alleinstehenden Frauen und Männern richtig gut. Die Idee, Vierbeiner mit den Heimbewohnern zusammen zu bringen, hatte Marlies Barteit-Klopp. „Wir wollen den Senioren einfach den Kontakt zu Tieren ermöglichen. Dabei können die Besitzer aus dem Alltag ihrer Schützlinge berichten oder die Bewohner werden selbst zum Erzählen animiert, weil die Besuchshunde vielleicht Erinnerungen an ihren eigenen Hund wecken“, betont die Koordinatorin des Ehrenamts.

„Vorerst werden wir im vierzehntägigen Rhythmus jeweils mit zwei Hunden die Senioren für ein Stündchen besuchen“, freut sich Gerhard Molter auf seine neue Aufgabe. Der Besitzer von Jessi war mit Andreas Brenner und dessen Ivy zur ersten Schnupperstunde vor Ort und war sehr angetan über das rege Interesse der Heimbewohner.

Rund 20 Leute lauschen erst einmal den Geschichten, die die zwei Hundefreunde zu erzählen wissen. Die stellen dabei auch die Arbeit ihres Vereins vor und lassen die interessierten Zuhörer wissen, dass nur aus sozialisierten Hunden „was wird“. „Das ist wie bei kleinen Kindern, auch Welpen brauchen ihre Spielstunden“, lacht Molter und fügt augenzwinkernd noch einen Satz Friedrichs des Großen hinzu: „Je mehr ich von den Menschen sehe, umso lieber mag ich meinen Hund.“

Davon spüren die meisten schon selbst ein wenig, denn dank intensiven Kraulens ist das Eis längst gebrochen und die Senioren wollen sich jetzt nicht nur mit dem Zuhören begnügen. „Was fressen die denn so, folgen die auch brav und haben die bereits jemanden gebissen?“, trauen sie sich immer mehr zu fragen. Während die Experten antworteten, absolvierten Ivy und Jessi dank zahlreicher Leckerlis Runde um Runde.

„Die Bewohner waren ganz begeistert und haben sogar noch lange danach über den tierischen Besuch gesprochen“, weiß Pflegedienstleiterin Yvonne Staudenmayer. Gleichfalls im Glück ist Organisatorin Marlies Barteit-Klopp. Ihr Plan, bei gutem Wetter mal einen kleinen Spaziergang mit den Bewohnern und Hunden zu machen, scheint aufzugehen. Damit sich Tier und Mensch immer besser kennen lernen, stoßen fortan im 14-tägigen Wechsel noch Sunny von Brigitte Kempf und Manfred Baders Mira hinzu.

Weitere Effekte der „Visiten“: Nachweislich sinkt beim Liebkosen eines vertrauten Tieres der Blutdruck, der Kreislauf wird stabilisiert und die Sinne nebst Feinmotorik werden durch Streicheln, Betrachten und Zuhören besser aktiviert.

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