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Kreisversammlung 2010

Die Jahresversammlung des Kreisverbands

Wahlen standen diesmal nicht auf dem Programm der Kreisversammlung des DRK Göppingen. So wurde die Veranstaltung in den Räumen der Kreissparkasse Geislingen vor allem zu einer Präsentation des Erreichten. Neue Aktivitäten kennzeichneten das Jahr 2009.

„Man muss sich gegenseitig helfen, das ist ein Naturgesetz.“ Mit diesen Worten des französischen Schriftstellers Jean de la Fontaine beschrieb Landrat Edgar Wolff am Freitagabend die Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes (DRK).

Herr Hofelich dankt Herrn Scheible für die Spende der Kreissparkasse
Herr Hofelich dankt Herrn Scheible für die Spende der Kreissparkasse

Es handle sich nicht um eine reine Rettungsorganisation, sondern „eine soziale Institution, die einen überaus wertvollen Beitrag zur Gesellschaft leistet“.

Der Kreisvorsitzende Peter Hofelich ließ das vergangene Jahr Revue passieren – nicht die beab-sichtigte „Phase der Beruhigung und Konsolidierung“, sondern eine „Zeit der Bewegung“. Wichtig sei, „Schwerpunkte zu setzen“. Hofelich nannte drei Bereiche: Familie, Jugend und Ehrenamt.

In der Familienarbeit habe das DRK „schon immer Spuren hinterlassen“. Als „herausragende Bei-spiele“ für neue Aufgaben nannte er das zum Jahresbeginn 2010 eröffnete Familienzentrum Göp-pingen und den – mittlerweile zweiten vom DRK geführten – Familientreff in Uhingen. Die Jugend würde mit dem Schulsanitätsdienst und den Jugendsanitätsgruppen zur Mitarbeit ermuntert.

Ebenfalls unerlässlich sei es, die Zahl der aktiven Ehrenamtlichen zu erhöhen.

Interessiert verfolgen die Delegierten die Sitzung
Interessiert verfolgen die Delegierten die Sitzung

Positives Ergebnis zweier Aktionstage im Stauferpark: 30 neue Mitglieder. Die Zahl der hauptamtlichen Mitarbeiter erhöhte sich 2009 um 26 auf 170 – die der ehrenamtlich Tätigen von 894 auf 1.182.

Eine wichtige Aufgabe der Zukunft sieht Hofelich darin, neue Fördermitglieder zu gewinnen, die die Arbeit des DRK finanziell unterstützen. Besonders am Herzen liege ihm jedoch der „Ruf unserer Organisation“. Dieser sei „das wahrscheinlich Wertvollste, was wir haben“ und müsse daher verteidigt und ausgebaut werden. Entscheidend seien dabei unter anderem die Einhaltung der Notruffristen, wie das DRK mit seinen Mitarbeitern umgehe und feste Spielregeln im Umgang mit Jugendlichen.

Kreisgeschäftsführer Alexander Sparhuber stellte unter anderem dar, in welchen Bereichen neue Aufgaben übernommen wurden.

Herr Hofelich und Herr Sparhuber präsentieren den neuen Geschäftsbericht
Herr Hofelich und Herr Sparhuber präsentieren den neuen Geschäftsbericht

So engagiere sich das DRK Göppingen seit dem Herbst 2009 in der Sprachförderung junger Migranten. Sechs neue ehrenamtliche Mitarbeiter betreuen in drei Gruppen insgesamt 24 Schüler an der Südstadt-Grundschule in Göppingen und der Hauptschule Ursenwang.

Zum 1. September 2009 sei zudem die Trägerschaft über den Integrationsfachdienst Göppingen übernommen worden. 232 kranke und behinderte Menschen seien betreut, 76 Arbeitsplätze gesichert, 15 sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse und 43 Praktika vermittelt worden.

Das Seniorenzentrum Hattenhofen, eine Kooperation der Kreisverbände Göppingen und Nürtingen-Kirchheim/Teck, sei seit dem Herbst 2009 nahezu durchgehend ausgebucht, im Jahresdurchschnitt seien 32 von 37 Pflegeplätzen belegt gewesen. Das Besondere dieses Angebots: Die Bewohner könnten selbst entscheiden, wann sie aufstehen und frühstücken, eigene Möbel und kleine Haustiere mitbringen.

Die im Herbst 2008 eingeführten Jugendsanitätsgruppen sollen nach einjähriger Probephase dauerhaft etabliert werden. Zu den Gruppen „der ersten Stunde“ in Böhmenkirch, Hattenhofen und Heiningen sei bereits eine weitere in Schlierbach gekommen, im Herbst sollen weitere folgen.

Auch vom Rettungsdienst gebe es Positives zu vermelden:

Der druckfrische Geschäftsbericht wird von den Delegierten mit Freude entgegen genommen
Der druckfrische Geschäftsbericht wird von den Delegierten mit Freude entgegen genommen

Seit dem 1. Juli 2010 sei die Refinanzierung des ein Jahr zuvor eingeführten Mehrzweckfahrzeugsystems gesichert. Vorfinanzierte Investitionen von 1,3 Millionen Euro würden „nach und nach zurück fließen“. Da angemessene Räumlichkeiten eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiches Arbeiten darstellten, sei 2009 die Rettungswache Geislingen renoviert worden. 2010 werde die Wache Göppingen für mehr als 400.000 Euro modernisiert.

In der Vergangenheit Jahren hätten organisatorische und wirtschaftliche Fragen im Vordergrund gestanden. In den kommenden Jahren wolle man sich „wieder stärker den medizinischen Fragestellungen und der Weiterentwicklung unseres Qualitätsmanagementsystems widmen“. Sparhuber verwies in diesem Zusammenhang auf die Einsatzzahlen des Rettungsdiensts: Die Mitarbeiter seien bei 9.300 Notfällen ausgerückt, hätten bei 4.900 Einsätzen den Notarzt unterstützt und 16.800-mal kranke Menschen transportiert. Statistisch gesehen sei somit 2009 jeder zehnte Einwohner des Landkreises Göppingen medizinisch betreut worden.

Große Schwierigkeiten werde die Verkürzung des Grundwehrdienstes machen. „Der Zeitaufwand für die Ausbildung der jungen Männer steht nicht mehr in einem vernünftigen Verhältnis zur verbleibenden Dienstzeit“, sagte Sparhuber. Negative Auswirkungen befürchte er insbesondere für den Mobilen Sozialen Dienst und den Behindertenfahrdienst. Auch wenn versucht werde, verstärkt Mit-arbeiter im freiwilligen sozialen Jahr und geringfügig Beschäftigte einzusetzen – letztlich werde sich dies auf den Preis auswirken.

Edmund Baur, Vizepräsident des Maltester Hilfsdiensts Göppingen, sagte in einem Grußwort, „ohne Organisationen wie das DRK kann unsere Gesellschaft nicht bestehen“. Für die Polizei hob Manfred Malchow, Erster Polizeihauptkommissar beim Revier Geislingen, die „reibungslose und professionelle Zusammenarbeit bei unzähligen gemeinsamen Einsätzen“ hervor. „Super, klasse, unkompliziert, spitze“ – das seien die spontanen Bewertungen der Kollegen gewesen.

Hans Heinz, Landesgeschäftsführer des DRK Baden-Württemberg, lobte die „unwahrscheinliche Vielfalt“ im Kreisverband Göppingen. Er sprach aber auch zwei überregionale Themen an. Zum einen habe man nach langen Verhandlungen erreicht, dass die Einsatzeinheiten im Land in den kommenden zehn Jahren je drei Millionen Euro Zuschüsse bekommen. Sorge bereite ihm jedoch ein Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH), bei dem es um die Frage ginge, ob der Rettungsdienst für den Wettbewerb geöffnet werden müsse. Man müsse den Politikern klar machen, dass sie derzeit eine „sehr hohe Qualität sehr preisgünstig“ erhielten.

Die Kreisversammlung können Sie auch in Form einer Bildergalerie ansehen.

 

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Ansprechpartner:

Alexander Sparhuber
Kreisgeschäftsführer
Tel.: (0 71 61) 67 39-13
e-Mail

Spendenkonten:

48 000
Kreissparkasse Göppingen
BLZ 610 500 00

3 000
Volksbank Göppingen
BLZ 610 605 00