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Der DRK-Kreisverband engagiert sich auch in Togo

Hilfe vor Ort, wo und wie sie gebraucht wird, liegt dem DRK-Kreisverband Göppingen am Herzen. Die Göppinger unterstützen gemeinsam mit den DRK- Kreisverbänden Aalen und Nürtingen/Kirchheim-Teck weit über alle Grenzen hinweg Menschen, auch im afrikanischen Staat Togo.

Weltweite Hilfsprojekte des Deutschen Roten Kreuzes gibt es schon lange. Mehrere süddeutsche DRK-Kreisverbände schlossen sich beispielsweise über 20 Jahre lang zusammen, um auch in Togo zu helfen. Aalen, Göppingen und Nürtingen/Kirchheim Teck engagieren sich bis heute in Togo. Sie förderten unter anderem den Bau von Brunnen für sauberes Trinkwasser. Joachim Oelßner, ehemals DRK-Delegierter in Togo, war lange vor Ort, organisierte, plante und koordinierte. Er kennt sich in Togo aus, weiß, was dringend gebraucht wird. Nun ist er im Ruhestand, doch die Hilfe soll mit seinem persönlichen Einsatz nicht aufhören.

Birgit Dibowski, die Leiterin der sozialen Dienste im Kreisverband Göppingen war sogleich begeistert mit dabei, als ein neues Projekt zur Selbsthilfe togoischer Frauen initiiert werden sollte. In Afikoukondji, einem Ort in der Nähe der Hauptstadt Lomé, gibt es eine Frauenorganisation, die sich „Mütter-Club“ nennt. Diese Frauen im von Armut gezeichneten ländlichen Gebiet streben an, unabhängig von ihren Männern, eigenes Geld für den Familienunterhalt zu verdienen. Sie schlugen vor, Hühner halten zu wollen, um Eier, Federn und Fleisch auf umliegenden Märkten zu verkaufen. In Nachbarregionen wurden mit ähnlichen Projekten bereits gute Erfahrungen gemacht.

Die DRK-Kreisverbände Göppingen, Aalen und Nürtingen/Kirchheim-Teck haben gemeinsam entschieden, ein Projekt zu unterstützen, das Rote Kreuz in Togo steht mit Rat und Tat zur Seite. Rund 10.000 Euro senden die drei Kreisverbände vorläufig, doch zuerst müssen die Frauen ihr eigenes Engagement deutlich machen. „Bevor das Geld fließt“, so Birgit Dibowski, „sollten zwei Gruppen mit je zehn Frauen Stallungen für das Geflügel bauen.“ Das Rote Kreuz Togo unterstützt sie dabei nach Kräften. „Für uns ist es wichtig, dass die Hilfsgelder nicht in bürokratische Apparate fließen oder gar in dunklen Kanälen versickern – das Geld soll bei den Frauen direkt ankommen.“

Dass dies gar nicht so einfach ist, merkte die erfahrene Leiterin der sozialen Dienste schnell: Was hier geplant wurde, kam mehrere tausend Kilometer weit entfernt nicht immer so an, wie es gemeint war. So sollten die Hühnerställe schon im Juli fertig sein, doch erst im August wurde allmählich mit dem Bau begonnen. „Kulturelle Unterschiede und Sprachbarrieren führen zu vielerlei Missverständnissen“, erklärt Birgit Dibowski und fügt augenzwinkernd an: „Wir müssen hier lernen, sehr viel geduldiger zu sein.“ Nicht alles ist einem eng gefassten Zeitplan zu unterwerfen. „Die Mentalität der Bevölkerung vor Ort ist anders, als wir es hier gewohnt sind.“ Es brauchte seine Zeit, bis die Frauen das Geld für die Vorfinanzierung des Unternehmens aufbringen konnten, bis sie sich in Nachbarorten erkundigt hatten, wie solche Stallungen überhaupt gebaut werden müssen und bis die „richtigen“ Küken für das Unternehmen in Afikoukondji gefunden wurden. Sie sollen nun an der Universität der Hauptstadt Lomé bestellt und von dort geliefert werden. „Französische Küken“, sagt Dibowski lachend und erläutert, dass nur bestimmte Hühnerrassen im Klima Togos gut leben können.

Die Vermittler vom Roten Kreuz Togo berichten in ihren regelmäßigen Projektrapports, dass die Frauen sich immer mehr engagieren, je konkreter das Projekt werde. „Zwar wurde der ursprüngliche Zeitplan nicht respektiert, doch jetzt kann man eine deutliche Motivation der Frauen konstatieren“, sagt Birgit Dibowski. Bevor die Küken jedoch nach Afikoukondji in die neu gebauten Ställe gebracht werden, müssen die Frauen für deren Haltung ausgebildet werden. Dies wird in Nachbarorten geschehen, wo bereits Hühner in Farmen gehalten werden.

„Ein spannendes Projekt“, freut sich Birgit Dibowski und glaubt fest an das Gelingen. Im Herbst wollte sie ein paar Urlaubstage nehmen und sich selbst in Afikoukondji umsehen, doch Ebola ist zu nah, zu groß die Gefahr durch die grassierende Seuche. Also wartet sie, bis eine Vorortbesichtigung sicherer geworden ist. „Warten können“, sagt sie, „ist bei diesem Projekt sehr, sehr wichtig.“