Helfer vor Ort - die Bilanz 2011
Die Helfer vor Ort (HvO) des DRK-Kreisverbandes Göppingen kamen im vergangenen Jahr 483 verletzten und kranken Menschen zu Hilfe. 2011 waren sie im zehnten Jahr im Einsatz. Der runde Geburtstag wurde im Geislinger Kapellmühlsaal der MAG gefeiert.
Auch im zehnten Jahr des “Helfer vor Ort”-Systems waren die ehrenamtlichen Mitarbeiter des DRK-Kreisverbandes Göppingen 2011 wieder fleißig: 483 Mal rückten sie als Ersthelfer zu Einsätzen in ihren Wohnorten und Umgebung aus und betreuten verletzte und kranke Menschen, bis der Ret-tungsdienst eintraf.

- Die ehrenamtlichen Mitarbeiter ...
Die Zahl der internistischen Notfälle, zu denen Herzinfarkte, Lungenembolien und Herz-Kreislauferkrankungen zählen, lag mit 252 Einsätzen erneut ganz vorn. Unfälle lagen an zweiter Stelle (häusliche Unfälle: 53, Verkehrsunfälle: 40), gefolgt von neurologischen Erkrankungen (41 Fälle). Weitere Einsätze erstreckten sich auf Erkrankungen von Kindern, Vergiftungen und psychische Erkrankungen. Die Helfer vor Ort waren in 46 Gemeinden und Teilorten des Landkreises im Einsatz, in 14 Fällen mussten sie Patienten reanimieren und dabei neun Mal sogar ein Elekt-roschockgerät, einen Defibrillator, benützen. Besonders intensive Monate waren der Januar mit 60, der Juli mit 49 und der Februar mit 48 Einsätzen.
Christian Wagenfeld, der HvO-Beauftragte des DRK-Kreisverbandes, erkennt in der Einsatzstatistik eine deutliche Entwicklung: Die hohe Zahl der internistischen und neurologischen Fälle sei eine eindeutige Folge des demografischen Wandels: „Die Bevölkerung wird älter und damit auch kran-ker.“ Man müsse in Zukunft mit einer steigenden Zahl von älteren und so genannten multimorbiden Patienten rechnen, die also an mehreren Krankheiten zugleich leiden, so der Arzt. Als Beispiel nennt er einen 83-jährigen Patienten mit einer Lungenerkrankung, einer Herzinsuffizienz, Diabetes sowie einer in jüngerer Zeit hinzugekommenen Krebserkrankung.

- ... üben regelmäßig mit Fallbeispielen.
Für den Rettungsdienst wie die Helfer vor Ort gelte es gleichermaßen, mit solchen komplexen Krankheitsgeschichten kompetent umzugehen, so Wagenfeld. Wichtig seien gute Kenntnisse in Pharmakologie sowie ein breites Wissen über medizinische Grunderkrankungen. Die Rettungsdienstmitarbeiter sowie die ehrenamtlichen Helfer vor Ort werden auf diese und weitere Aufgaben in regelmäßigen Schulungen und Fortbildungen vorbereitet. Christian Wagenfeld dankt allen Helfern für ihren unentgeltlichen und engagierten Einsatz. „Ihre Arbeit ist sehr wichtig für eine gute medizinische Versorgung im Landkreis.“
Im August 2001 installierte der DRK-Kreisverband Göppingen das „Helfer vor Ort“-System im Land-kreis. Nach amerikanischem Vorbild wird seither versucht, die Rettungslücke vom Zeitpunkt der Alarmierung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes mit den Helfern vor Ort zu schließen – mit großem Erfolg. In vielen Fällen gelang es den Helfern, mit ihrem raschen und kompetenten Eingrei-fen kranken und verletzten Menschen zu helfen und Schlimmeres zu verhindern. Insgesamt waren die Helfer in den vergangenen zehn Jahren fast 5000 Mal im Einsatz. Sogar 16 Menschenleben konnten die momentan 74 Helfer schon retten – mit einer Herz-Lungen-Wiederbelebung oder einer Elektroschocktherapie. 35 der Helfer sind mit einem Defibrillator ausgestattet.
Mit einem Infotag in der Geislinger Innenstadt und einem Festabend im Kapellmühlsaal der MAG feierte der DRK-Kreisverband zusammen mit Gästen aus Politik, Wirtschaft und Medizin im vergan-genen Sommer das zehnjährige Bestehen.
Ansprechpartner:
Christian Wagenfeld
Leiter HvO / Frühdefibrillation
Tel.: (0 73 32) 30 86 76
e-Mail
Spendenkonten:
48 000
Kreissparkasse Göppingen
BLZ 610 500 00
3 000
Volksbank Göppingen
BLZ 610 605 00


